Überschüsse der Berufsunfähigkeitsversicherung 2026 – Leistungsdynamik, Rentensteigerung und großer Anbietervergleich
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt und irgendwann berufsunfähig wird, erhält seine vertraglich vereinbarte BU-Rente. Diese Rente bleibt aber nicht zwangsläufig konstant: Viele Anbieter erhöhen die laufende BU-Rente im Leistungsfall jährlich – durch die sogenannte Überschussbeteiligung im Leistungsfall. Parallel dazu gibt es die garantierte Leistungsdynamik, die ebenfalls die BU-Rente im Leistungsfall steigert, aber vertraglich fest zugesichert ist.
Der Unterschied zwischen beiden ist fundamental: Die Leistungsdynamik ist garantiert und wird von Beginn an im Vertrag vereinbart – gegen einen leicht höheren Beitrag. Die Überschussbeteiligung hingegen ist nicht garantiert, kostet keinen Aufpreis und kann jährlich nach oben oder unten angepasst werden. Beides zusammen bestimmt, wie sich die reale Kaufkraft Ihrer BU-Rente über eine möglicherweise jahrzehntelange Rentenbezugszeit entwickelt.
In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Überschüsse in der Berufsunfähigkeitsversicherung entstehen, wie sie verwendet werden, was der Spread zwischen Netto- und Bruttobeitrag bedeutet, wie sich die Überschüsse im Leistungsfall auswirken – und zeigen Ihnen in einem umfassenden Anbietervergleich, welche BU-Versicherer 2026 die höchsten Überschussbeteiligungen im Leistungsfall ausweisen und wie sich diese in den letzten Jahren entwickelt haben.
BU-Überschüsse: was Ihre Rente wirklich steigert
Marktüberblick, Anbietervergleich, Leistungsdynamik vs. Überschüsse
📋 Das Wichtigste zuerst: Spitzenreiter 2026: HUK-Coburg 2,35 % · Allianz 2,50 % (ältere Tarifgenerationen) · HDI 2,10 % · Nürnberger 2,05 % · Bayerische / LV 1871 / VPV 2,00 % · Marktdurchschnitt 2026: ca. 1,5 % · Überschüsse sind NICHT garantiert – niemals allein darauf verlassen · Canada Life: 0,00 % – Leistungsdynamik dort Pflicht · Höchstrechnungszins-Erhöhung 2025 (von 0,25 % auf 1,0 %) hat Überschüsse branchenweit gesenkt · Überschüsse: „Kirsche auf der Sahne“ – Hauptkriterium ist immer die garantierte Leistungsdynamik
✅ Überschüsse im Leistungsfall 2026: Spitze
- HUK-Coburg: 2,35 % (nur Direktabschluss)
- Allianz: bis 2,50 % (ältere TG) / ~1,75 % neu
- HDI: 2,10 %
- Nürnberger: 2,05 %
- Bayerische / LV 1871 / VPV: je 2,00 %
- CosmosDirekt: 1,70 % (stark gestiegen)
⚠️ Überschüsse 2026: am unteren Ende
- Canada Life: 0,00 % (Systembedingt)
- Münchener Verein: 0,35 %
- Helvetia: 0,70 %
- Condor: 0,95 %
- Advigon / Hanse Merkur / Stuttgarter: unter 1,40 %
📊 BU mit optimaler Leistungsdynamik finden – kostenlos →
✔ Überschussvergleich · Leistungsdynamik einbauen · Anbieteranalyse · kostenlose Beratung
Wie entstehen Überschüsse in der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ein BU-Versicherer kalkuliert seinen Beitrag auf Basis von Annahmen: Wie viele seiner Versicherungsnehmer werden berufsunfähig? Wie lange bleiben sie berufsunfähig? Welche Rendite erwirtschaftet er mit den eingezahlten Prämien? Was kosten ihn Verwaltung und Vertrieb? Da der Versicherer vorsichtig kalkulieren muss, wählt er diese Annahmen bewusst konservativ – er plant also mehr Leistungsfälle, mehr Kosten und niedrigere Kapitalerträge ein, als er realistischerweise erwartet.
Wenn die Wirklichkeit günstiger ausfällt als geplant – also weniger Versicherungsnehmer berufsunfähig werden, die Kosten niedriger sind oder die Kapitalanlage mehr abwirft als angenommen – entstehen Überschüsse. Diese Gewinne darf der Versicherer nicht vollständig einbehalten. Gemäß §153 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) ist er verpflichtet, seine Kunden angemessen an den Überschüssen zu beteiligen.
Es gibt drei klassische Quellen für Überschüsse in der BU-Versicherung, die unterschiedlich stark gewichtet sind: Der Risikoüberschuss entsteht, wenn weniger Leistungsfälle eintreten als kalkuliert – er ist die wichtigste Quelle. Der Zinsüberschuss entsteht, wenn die Kapitalanlage besser rentiert als der in der Kalkulation verwendete Rechnungszins. Der Kostenüberschuss entsteht, wenn Verwaltungs- und Vertriebskosten niedriger ausfallen als eingeplant.
Ob und in welcher Höhe ein Versicherer Überschüsse erwirtschaftet, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Die Überschussbeteiligung wird einmal jährlich neu festgelegt – die Versicherungsgesellschaften veröffentlichen diese Werte auf Anfang des Jahres in ihren Deklarationen, die öffentlich zugänglich sind.
Wie werden Überschüsse in der Berufsunfähigkeitsversicherung verwendet?
In der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es zwei Phasen, in denen Überschüsse wirken: die Beitragsphase (solange Sie gesund sind und Beiträge zahlen) und die Leistungsphase (wenn Sie berufsunfähig sind und BU-Rente erhalten). In beiden Phasen sind die Mechanismen unterschiedlich.
Phase 1: Überschüsse in der Beitragsphase – die Sofortbeitragsverrechnung
Während Sie noch Beiträge zahlen, werden Überschüsse in der Regel zur sogenannten Sofortbeitragsverrechnung genutzt. Das bedeutet: Der Versicherer verrechnet seine Überschüsse direkt mit dem Bruttobeitrag (auch: Tarifbeitrag oder Gesamtbeitrag), sodass Sie nur den günstigeren Nettobeitrag (auch: Zahlbeitrag) zahlen müssen.
Dieses System ist der Grund, warum in Versicherungsangeboten immer zwei Beiträge auftauchen: der Bruttobeitrag (der garantierte Höchstbeitrag, der sich nie erhöhen kann) und der Nettobeitrag (der aktuell tatsächlich zu zahlende, günstigere Beitrag). Die Differenz zwischen beiden nennt sich Spread. Sinken die Überschüsse, steigt der Zahlbeitrag – aber maximal bis zur Höhe des Bruttobeitrags.
Wichtig: Ein großer Spread bedeutet, dass Ihr monatlicher Beitrag theoretisch stark steigen kann, falls die Überschüsse des Anbieters sinken. Als Faustregel gilt: Ein Spread von unter 20–25 % gilt als konservativ und sicher; ein Spread von über 40–50 % birgt ein höheres Beitragserhöhungsrisiko.
Phase 2: Überschüsse in der Leistungsphase – die Rentensteigerung
Werden Sie berufsunfähig, zahlen Sie keinen Beitrag mehr an den Versicherer. Trotzdem bleiben Sie an den Überschüssen beteiligt – diesmal in Form einer jährlichen Rentensteigerung. Erwirtschaftet der Versicherer Überschüsse, erhöht er Ihre laufende BU-Rente um einen bestimmten Prozentsatz.
Das bedeutet: Haben Sie eine BU-Rente von 2.000 Euro monatlich vereinbart, und der Versicherer deklariert eine Überschussbeteiligung von 1,5 %, erhöht sich Ihre Rente im ersten Jahr um 30 Euro auf 2.030 Euro. Im zweiten Jahr wächst die Basis weiter, und der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass sich die Steigerungen über die Jahre akkumulieren. Bei langen Bezugszeiten – durchaus 20 oder 30 Jahre – kann das eine erhebliche Summe ausmachen.
Ein wichtiger Unterschied zur Beitragsphase: Einmal gutgeschriebene Rentenerhöhungen aus Überschüssen können nicht rückwirkend gestrichen werden. Nur zukünftige Überschüsse werden neu deklariert. Wer also heute berufsunfähig wird und in diesem Jahr eine Überschussbeteiligung von 2 % erhält, erhält diesen Wert für die gesamte verbleibende Bezugszeit – solange der Versicherer diese Deklaration nicht nach unten anpasst. Bei einer Anpassung nach unten gilt nur der neue Wert für die Zukunft; bereits gewährte Erhöhungen bleiben erhalten.
💡 Rechenbeispiel: Was 1,5 % Überschuss über 20 Jahre bedeutet.
Anna, 38, wird berufsunfähig. BU-Rente: 2.500 € / Monat. Vertrag läuft bis 67, also noch 29 Jahre. Anbieter A: 2,0 % Überschussbeteiligung im Leistungsfall. Anbieter B: 0,5 % Überschussbeteiligung im Leistungsfall.
Entwicklung der monatlichen BU-Rente nach Anbieter A (2,0 %): Jahr 1: 2.500 € → Jahr 5: ca. 2.760 € → Jahr 10: ca. 3.050 € → Jahr 20: ca. 3.720 € → Jahr 29: ca. 4.450 €.
Entwicklung nach Anbieter B (0,5 %): Jahr 1: 2.500 € → Jahr 5: ca. 2.563 € → Jahr 10: ca. 2.628 € → Jahr 20: ca. 2.763 € → Jahr 29: ca. 2.886 €.
Gesamtausgezahlte Renten über 29 Jahre: Anbieter A ca. 1.126.000 € / Anbieter B ca. 937.000 €. Unterschied: fast 190.000 Euro – allein durch die Überschussbeteiligung. (Vereinfachte Berechnung, ohne Berücksichtigung von Steuern und Inflation. Überschüsse sind nicht garantiert.)
Überschüsse vs. garantierte Leistungsdynamik: der entscheidende Unterschied
Die Überschussbeteiligung im Leistungsfall und die garantierte Leistungsdynamik werden oft verwechselt oder gleichgesetzt. Das ist ein Fehler mit potenziell erheblichen Folgen.
Die garantierte Leistungsdynamik (auch: garantierte Rentensteigerung) ist eine vertragliche Vereinbarung, die bei Abschluss gegen einen kleinen Aufpreis im Vertrag verankert wird. Sie legt fest, dass die BU-Rente im Leistungsfall jährlich um einen festen Prozentsatz steigt – zum Beispiel 1 %, 2 % oder 3 %. Diese Steigerung ist garantiert und unveränderlich. Sie gilt unabhängig davon, ob der Versicherer Überschüsse erwirtschaftet oder nicht.
Die Überschussbeteiligung im Leistungsfall hingegen ist nicht garantiert. Sie kann jährlich neu festgelegt werden – und zwar in beide Richtungen. In Jahren mit guten Ergebnissen steigt sie; in Jahren mit schlechten Ergebnissen, höherer Leistungsfall-Quote oder niedrigem Kapitalmarktzins sinkt sie. Theoretisch kann sie sogar auf null fallen, was vereinzelt auch in alten Tarifgenerationen beobachtet wurde.
Die Empfehlung der meisten unabhängigen Experten lautet daher: Verlassen Sie sich für den Inflationsschutz Ihrer BU-Rente ausschließlich auf die garantierte Leistungsdynamik. Die Überschüsse sind die „Kirsche auf der Sahnetorte“ – ein angenehmer Bonus, aber keine verlässliche Planungsgröße. Wer im Leistungsfall sicher gegen Kaufkraftverlust abgesichert sein möchte, vereinbart von Beginn an mindestens 1 bis 2 % garantierte Leistungsdynamik.
Besonders relevant wurde diese Empfehlung durch die Anhebung des Höchstrechnungszinses zum 1. Januar 2025. Dieser Zins – der maximale Garantiezins, den Lebensversicherer ihrer Kalkulation zugrunde legen dürfen – wurde von 0,25 % auf 1,0 % angehoben. Das machte neue BU-Verträge günstiger (niedrigere Bruttobeiträge), hatte aber eine direkte Kehrseite: Die Überschüsse im Leistungsfall sanken branchenweit nahezu spiegelbildlich um die Differenz von 0,75 Prozentpunkten. Viele Anbieter hatten zuvor 2,5 bis 3 % ausgewiesen – jetzt liegen die meisten zwischen 1,0 und 2,35 %.
🚨 Warum Sie sich nicht auf Überschüsse verlassen sollten: ein konkretes Szenario.
Klaus, 35, schließt eine BU ab und verzichtet bewusst auf die Leistungsdynamik, weil sein Anbieter aktuell 2,5 % Überschüsse im Leistungsfall deklariert. Er denkt: „Das reicht als Inflationsausgleich.“ 10 Jahre später, mit 45, wird Klaus berufsunfähig. Der Höchstrechnungszins ist inzwischen weiter gestiegen, Kapitalmarktrenditen haben sich verändert, und sein Versicherer deklariert nur noch 0,8 % Überschüsse im Leistungsfall. Klaus‘ BU-Rente steigt nur noch minimal, während die Inflation an der Kaufkraft frisst. Er hat keine Leistungsdynamik vereinbart, also kein Mittel, dem entgegenzuwirken. Das Ergebnis: Nach 20 Jahren Rentenbezug hat er real deutlich weniger Kaufkraft als ursprünglich geplant. Mit einer vereinbarten 2-%-Leistungsdynamik hätte er diese Situation vollständig verhindert.
Was bedeutet der sog. Spread zwischen Netto- und Bruttobeitrag bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Der Spread ist die prozentuale Differenz zwischen dem garantierten Bruttobeitrag (Tarifbeitrag) und dem aktuell zu zahlenden Nettobeitrag. Er zeigt, wie stark Ihr monatlicher Beitrag maximal steigen könnte, wenn die Überschüsse sinken oder ganz entfallen.
Beispiel: Ihr Bruttobeitrag beträgt 120 Euro, Ihr Nettobeitrag aktuell 85 Euro. Der Spread beträgt 35 Euro / 120 Euro = ca. 29 %. Das ist ein moderater Wert. Hätte der Anbieter einen Spread von 50 %, müssten Sie im schlechtesten Fall statt 80 Euro (Netto) bis zu 160 Euro (Brutto) zahlen.
Wichtig ist dabei: Ein hoher Spread ist kein Beweis dafür, dass der Versicherer seine Beiträge tatsächlich erhöhen wird. Er zeigt nur das theoretische Potenzial. Manche Anbieter mit hohem Spread haben seit Jahrzehnten nie erhöht; andere mit niedrigem Spread haben es durchaus getan. Der Spread sollte deshalb nie isoliert bewertet werden, sondern immer zusammen mit der Finanzstärke des Anbieters, seiner Leistungsfall-Quote und seiner Geschichte der Überschussdeklaration.
Auf dem deutschen Markt liegt der Spread typischerweise zwischen 15 % und 50 %. Werte unter 20 % gelten als sehr konservativ und beitragserhöhungssicher; Werte über 40 % sind mit Vorsicht zu genießen, müssen aber nicht zwingend ein Problem sein.
Überschüsse im Leistungsfall 2026: umfassender Anbietervergleich
Die folgende Tabelle zeigt die Überschussbeteiligung im Leistungsfall der wichtigsten BU-Anbieter für das Jahr 2026, ergänzt um eine Einschätzung der Entwicklung in den Vorjahren und relevante Besonderheiten. Die Daten basieren auf den veröffentlichten Überschussdeklarationen der Versicherer sowie Marktauswertungen (Stand: Februar/März 2026).
| Anbieter | Überschuss Leistungsfall 2026 | Tendenz gegenüber 2025 | Klasse | Besonderheit / Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Allianz | ca. 1,75 % (neue TG) / bis 2,50 % (ältere TG) | ↓ (neue TG) | Spitze | Unterschiedliche Werte je Tarifgeneration; ältere Verträge teils deutlich höher; gilt als stabil und finanzstark |
| Alte Leipziger | ca. 1,50 % | → stabil | Mittel | Solide Überschüsse; einer der besten Gesamttarife am Markt |
| AXA | ca. 1,75–1,85 % | → stabil | Gut | Seit Jahren in der oberen Hälfte; gute Finanzstärke; gilt als verlässlicher Anbieter |
| Baloise (ehem. Basler) | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | Rechnungszins-Anpassung 2025 spürbar; günstiger Normaltarif mit guten Bedingungen |
| Barmenia / BarmeniaGothaer | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | Sehr guter Normaltarif mit kurzen Abfragezeiträumen; Leistungsdynamik empfehlenswert |
| Bayerische | 2,00 % | → stabil | Spitze | Seit Jahren konstant in der Spitzenklasse; zeigt Finanzstärke und Kundenorientierung |
| Canada Life | 0,00 % | → systembedingt | Sonderfall | Kein klassisches Netto-Brutto-System; keine Überschüsse – dafür garantierte Leistungsdynamik bis 5 % buchbar (seit Sommer 2024/2025) |
| Condor | 0,95 % | ↓ | Gering | AU-Klausel bis 36 Monate; trotz geringer Überschüsse solide Bedingungen; Leistungsdynamik wichtig |
| Continentale | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | Lange Psyche-Abfragezeiträume (10 J.); AU-Klausel 24 Monate |
| CosmosDirekt (Generali) | 1,70 % | ↑ (+0,45 %) | Gut | Stärkste Steigerung 2026 am Markt; Direktversicherer ohne persönliche Beratung |
| Debeka | unter 1,00 % | ↓ | Gering | Geringer Wert am Markt; Direktversicherer; für Beamte interessant |
| DEVK | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | Lange Psyche-Abfrage (10 J.); primär über Ausschließlichkeit vertrieben |
| Dialog (Generali-Gruppe) | ca. 1,30 % | ↓ (−0,20 %) | Mittel | Senkung 2026 um 0,20 Prozentpunkte; Direktversicherer; Karrieregarantie ab Herbst 2025 |
| ERGO | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | 10-Jahres-Psyche-Abfrage nachteilig; Sonderaktion junge Leute bis 30 J. |
| Generali | ca. 1,25 % (stabil) | → stabil | Mittel | Einer der wenigen Anbieter 2025 ohne Senkung; max. Abfragezeiträume 5 Jahre |
| Gothaer / BarmeniaGothaer | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | Bester Normaltarif am Markt (3/3/5 Abfragezeiträume); Überschüsse mittelmäßig; Leistungsdynamik bis 3 % buchbar |
| Hannoversche | ca. 1,00–1,25 % | ↓ | Mittel-Gering | Ältere Tarifgenerationen teils 0,0 %; neue Verträge besser; BU-Aktion für junge Leute |
| Hanse Merkur | ca. 1,00 % | ↓ | Gering | AU-Klausel max. 18 Monate (Minimum am Markt); unterdurchschnittliche Überschüsse |
| HDI | 2,10 % | → stabil | Spitze | Seit Jahren konstant hohe Überschüsse; breites Sonderaktionsangebot; AU-Klausel 36 Monate; Karrieregarantie ab 2025 |
| Helvetia | 0,70 % | ↓ | Gering | Unter Marktdurchschnitt; Leistungsdynamik dringend empfohlen |
| HUK-Coburg | 2,35 % | → stabil | Marktspitze | Höchster Wert am Markt 2026; aber: nur Direktabschluss, kein freier Vermittler; anonyme Risikovoranfrage nicht über Makler möglich |
| LV 1871 | 2,00 % | → stabil | Spitze | Höchste Finanzstärke im Markt (93,8 % lt. Map-Report 2026); seit Jahren konstant hohe Überschüsse; BU-Aktion bis 35 J. |
| LVM | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | Primär Ausschließlichkeitsvertrieb; max. Beitragsdynamik 3 % |
| Münchener Verein | 0,35 % | ↑ (von 0,00 %) | Sehr gering | Noch 2025 bei 0,00 %; leichte Verbesserung 2026; AU-Klausel max. 18 Monate; Leistungsdynamik unverzichtbar |
| Nürnberger | 2,05 % | → stabil | Spitze | Seit Jahren stabil in der Spitzenklasse; Stationär-Abfrage nur 5 Jahre (Pionier); BU-Aktion für junge Leute bis 30 J. |
| R+V | ca. 1,50 % | ↓ | Mittel | Genossenschaftliche VR-Gruppe; primär genossenschaftlicher Vertrieb |
| Signal Iduna | ca. 1,50 % | ↓ | Mittel | Sonderaktionen für viele Berufsgruppen; Raucher-/Nichtraucher-Differenzierung ab 01/2026 |
| Stuttgarter | 1,40 % | ↑ (+0,40 %) | Mittel | Deutlich gestiegen 2026; stationäre Abfrage nur 5 Jahre; marktübliche Bedingungen |
| Swiss Life | ca. 1,38–1,50 % (je Tarif) | ↑ (+ca. 0,13 %) | Mittel | Unterschiedliche Werte je Tarif (Metall-, Chemie-, Klinikrente); AU-Klausel seit 01/2025 wählbar 24 oder 36 Monate |
| UniVersa | ca. 1,50 % | → stabil | Mittel | VVaG; AU-Klausel 36 Monate; Karrieregarantie seit 2025; solide Überschüsse |
| Volkswohl Bund | ca. 1,50–1,75 % | ↓ | Mittel-Gut | Präzise Frageformulierung; Psyche 10 Jahre (nachteilig); solide Überschüsse; VVaG |
| VPV | 2,00 % | → stabil | Spitze | Hohe Überschüsse; aber laut unabhängigen Experten beim Bedingungswerk hinter der absoluten Spitzenklasse |
| Württembergische | ca. 1,25 % | ↓ | Mittel | BU-Aktion: 3 J. ambulant / 3 J. stationär / max. 2.000 €; max. Beitragsdynamik 2 % |
| Zurich | ca. 1,00 % | ↓ | Gering | Sonderaktion bis 1.500 € / EA 40 J.; Überschüsse unter Marktdurchschnitt; Leistungsdynamik empfohlen |
Quellen: Überschussdeklarationen der Versicherer, Marktauswertungen. Werte gelten für aktuelle Tarifgenerationen / Neuabschlüsse 2026. Für ältere Verträge gelten teils abweichende Werte. Angaben nicht garantiert – Überschüsse können jährlich nach oben oder unten angepasst werden. Einzelne Werte wurden gerundet oder aus Intervallangaben ermittelt. Für verbindliche Aussagen stets die aktuelle Deklaration des jeweiligen Versicherers prüfen.
Warum sanken die BU-Überschüsse 2025 so stark?
Die markante Senkung der Überschüsse im Leistungsfall bei fast allen Anbietern im Jahr 2025 – und die damit verbundene Stabilisierung auf niedrigerem Niveau in 2026 – hat einen klar identifizierbaren Grund: die Anhebung des gesetzlichen Höchstrechnungszinses von 0,25 % auf 1,0 % zum 1. Januar 2025.
Der Höchstrechnungszins ist der maximale Garantiezins, den Lebensversicherer (zu denen auch BU-Versicherer gehören) ihrer Beitragskalkulation zugrunde legen dürfen. Ein höherer Rechnungszins bedeutet, dass der Versicherer in seiner Kalkulation höhere Kapitalerträge einplanen darf – was die Beiträge senkt. Gleichzeitig verringert sich die Marge zwischen dem tatsächlich erwirtschafteten Zins und dem kalkulierten Zins. Da Überschüsse vereinfacht gesagt genau aus dieser Marge entstehen, schrumpft bei steigendem Rechnungszins automatisch das Überschusspotenzial.
Der Effekt war mathematisch nahezu exakt: Die Überschüsse sanken bei den meisten Anbietern um ca. 0,75 Prozentpunkte – spiegelbildlich zum Anstieg des Rechnungszinses. Was früher 2,5 % Überschuss war, ist 2025/2026 oft noch 1,75 %. Und was früher 1,75 % war, ist nun möglicherweise nur noch 1,0 % oder weniger.
Der Ausblick: Sollte der Höchstrechnungszins in den kommenden Jahren weiter steigen, ist mit einer weiteren Senkung der Überschüsse zu rechnen. Das ist ein weiterer Grund, warum die garantierte Leistungsdynamik wichtiger denn je ist.
Konkrete Rechenbeispiele: Wie wirken sich Überschüsse über die Laufzeit aus?
💡 Beispiel 1: BU-Rente 2.000 € / Monat, 20 Jahre Rentenbezug – Unterschied 2,0 % vs. 0,5 %.
Anbieter A (2,0 % Überschuss): Jahr 1: 2.000 € → Jahr 5: 2.166 € → Jahr 10: 2.392 € → Jahr 15: 2.644 € → Jahr 20: 2.972 €. Gesamtausgezahlt (20 Jahre): ca. 577.000 €.
Anbieter B (0,5 % Überschuss): Jahr 1: 2.000 € → Jahr 5: 2.051 € → Jahr 10: 2.104 € → Jahr 15: 2.158 € → Jahr 20: 2.214 €. Gesamtausgezahlt (20 Jahre): ca. 510.000 €.
Unterschied: 67.000 € – für dieselbe versicherte BU-Rente, allein durch die Überschussbeteiligung. (Vereinfacht; Überschüsse sind nicht garantiert.)
💡 Beispiel 2: Garantierte Leistungsdynamik 2 % vs. keine Dynamik – Kaufkraft nach 25 Jahren.
Markus wird mit 42 berufsunfähig, BU-Rente 3.000 € / Monat, Vertrag bis 67 (25 Jahre Rentenbezug). Inflation angenommen: 2 % / Jahr.
Ohne Leistungsdynamik: Rente bleibt bei 3.000 € nominal. Real (inflationsbereinigt) nach 10 Jahren: ca. 2.457 € Kaufkraft. Nach 25 Jahren: nur noch ca. 1.823 € reale Kaufkraft. Markus hat nach 25 Jahren effektiv 39 % seiner Kaufkraft verloren.
Mit 2 % Leistungsdynamik: Rente steigt von 3.000 € auf: Jahr 5: 3.312 € → Jahr 10: 3.658 € → Jahr 15: 4.039 € → Jahr 20: 4.461 € → Jahr 25: 4.927 €. Real (inflationsbereinigt) hält die Rente ungefähr Schritt mit der Inflation. Markus behält über die gesamte Rentenbezugszeit annähernd seine Kaufkraft.
Was ist ein guter BU-Anbieter? Überschüsse als Mosaikstein – nicht als Hauptkriterium
Eine hohe Überschussbeteiligung kann ein Indikator für Finanzstärke und Kundenorientierung sein. Wer seit Jahren konstant hohe Überschüsse deklariert – wie HDI, LV 1871, Nürnberger, Bayerische oder Allianz – zeigt damit, dass er konservativ kalkuliert, finanziell stabil wirtschaftet und bereit ist, Kunden angemessen zu beteiligen. Das ist durchaus ein positives Signal.
Gleichzeitig bleibt die Überschussbeteiligung immer eine Momentaufnahme. Sie kann sich jährlich ändern. Ein Versicherer, der heute 2 % ausweist, kann nächstes Jahr 1 % deklarieren – und umgekehrt. Aus diesem Grund gilt die klare Empfehlung aller unabhängigen BU-Experten: Die Überschüsse sind ein nützlicher Zusatzindikator, aber kein primäres Auswahlkriterium.
Die wirklich entscheidenden Auswahlkriterien bleiben: die Bedingungsqualität (Verzicht auf abstrakte Verweisung, 6-Monatsprognose, AU-Klausel, Nachversicherung), die Gesundheitsfragen und Abfragezeiträume, der Bruttobeitrag (Verteuerungsrisiko), die finanzielle Stabilität und Leistungsquote des Anbieters sowie die Bedingungen zur Leistungsdynamik. Die Überschüsse sind das letzte Puzzlestück – oder die Kirsche auf der Sahnetorte.
Häufige Fragen zu den Überschüssen der Berufsunfähigkeitsversicherung 2026
Was sind Überschüsse bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Überschüsse entstehen in der Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn der Versicherer günstiger wirtschaftet als bei der Beitragskalkulation angenommen. Die drei Hauptquellen sind Risikoüberschüsse (weniger Leistungsfälle als erwartet), Zinsüberschüsse (bessere Kapitalerträge als kalkuliert) und Kostenüberschüsse (niedrigere Verwaltungskosten). Nach §153 VVG ist der Versicherer verpflichtet, seine Kunden angemessen an diesen Überschüssen zu beteiligen.
Wie wird die Überschussbeteiligung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgezahlt?
In der Beitragsphase werden Überschüsse meist zur Sofortbeitragsverrechnung genutzt: Sie zahlen einen günstigeren Nettobeitrag statt des vollen Bruttobeitrags. Im Leistungsfall erhöhen Überschüsse die laufende BU-Rente jährlich – durch eine nicht garantierte Rentensteigerung. Diese Rentensteigerung kostet keinen Aufpreis, ist aber nicht garantiert und wird jährlich neu deklariert. Für eine garantierte Rentenerhöhung im Leistungsfall muss eine Leistungsdynamik zu Vertragsbeginn vereinbart werden.
Welcher BU-Anbieter hat 2026 die höchsten Überschüsse im Leistungsfall?
Laut Marktauswertungen von Tobias Bierl (Finanzberatung Bierl) führt 2026 die HUK-Coburg mit 2,35 % – aber nur im Direktabschluss, ohne freie Maklervermittlung. Unter den über freie Makler vermittelbaren Anbietern liegen HDI (2,10 %), Nürnberger (2,05 %), Bayerische, LV 1871 und VPV (je 2,00 %) an der Spitze. CosmosDirekt hat mit +0,45 % die stärkste Steigerung 2026 vollzogen und liegt nun bei 1,70 %. Am unteren Ende ranken der Münchener Verein (0,35 %), Helvetia (0,70 %) und Canada Life (0,00 %, systembedingt).
Warum sanken die BU-Überschüsse im Leistungsfall 2025 so stark?
Der Hauptgrund für den branchenweiten Rückgang der Überschüsse 2025 war die Anhebung des gesetzlichen Höchstrechnungszinses von 0,25 % auf 1,0 % zum 1. Januar 2025. Da Überschüsse vereinfacht aus der Marge zwischen tatsächlichem und kalkulierten Zins entstehen, sank diese Marge mit steigendem Rechnungszins nahezu spiegelbildlich. Die Beiträge für neue Verträge sanken dadurch – die Überschüsse im Leistungsfall ebenfalls.
Was ist der Unterschied zwischen Überschussbeteiligung und garantierter Leistungsdynamik bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Überschussbeteiligung im Leistungsfall ist eine jährlich neu deklarierte, nicht garantierte Rentensteigerung, die kostenlos ist, aber jederzeit gesenkt werden kann. Die garantierte Leistungsdynamik ist eine vertraglich fest vereinbarte jährliche Rentenerhöhung (z. B. 1–3 %), die gegen einen Aufpreis im Vertrag eingebaut wird und garantiert gilt – unabhängig von der wirtschaftlichen Lage des Versicherers. Für den zuverlässigen Schutz gegen Inflation im Leistungsfall ist ausschließlich die garantierte Leistungsdynamik geeignet; auf die nicht garantierten Überschüsse sollte man sich für diese Funktion nicht verlassen.
Was bedeutet der Spread zwischen Netto- und Bruttobeitrag bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Der Spread ist die prozentuale Differenz zwischen dem garantierten Bruttobeitrag (maximalem Beitrag) und dem aktuell zu zahlenden günstigeren Nettobeitrag. Er zeigt, wie stark der monatliche Beitrag theoretisch steigen könnte, wenn Überschüsse sinken. Ein Spread unter 20–25 % gilt als konservativ und sicher; über 40–50 % birgt ein höheres Beitragserhöhungspotenzial. Der Bruttobeitrag kann sich nie erhöhen – er ist garantiert. Der Nettobeitrag kann sich bis zur Höhe des Bruttobeitrags erhöhen.
Was passiert mit den Überschüssen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn ich berufsunfähig werde?
Ab dem Eintritt der Berufsunfähigkeit zahlen Sie keine Beiträge mehr. Die Überschüsse werden dann als jährliche Rentensteigerung weitergegeben: Ihre BU-Rente erhöht sich jedes Jahr um den deklarierten Überschussprozentsatz. Einmal gewährte Erhöhungen können nicht rückwirkend gestrichen werden; zukünftige Überschüsse werden jedoch jährlich neu festgelegt und können sinken. Der Ertragsanteil und damit die Steuerlast bleiben dabei konstant (berechnet nach der Restlaufzeit bei Eintritt der Berufsunfähigkeit).
BU mit optimaler Leistungsdynamik finden – jetzt anfragen
Wir zeigen Ihnen, welcher BU-Anbieter für Ihr Profil die beste Kombination aus Bedingungsqualität, Überschussbeteiligung und garantierter Leistungsdynamik bietet. Kostenlos und unverbindlich.
- ✔ Überschussvergleich: welcher Anbieter zahlt wie viel im Leistungsfall
- ✔ Spread-Analyse: wie hoch ist das Beitragserhöhungsrisiko bei Ihrem Anbieter
- ✔ Garantierte Leistungsdynamik einbauen – sicherer Inflationsschutz
- ✔ Anonyme Risikovoranfrage und umfassender Anbietervergleich
- ✔ Finanzstärke und Stabilität der Anbieter einschätzen
- ✔ Kostenlos und unverbindlich anfragbar
Diese Seite bewerten?
Durchschnittliche Bewertung 3.8 / 5. Anzahl Bewertungen: 15
Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.